Ruhe auf der Rückbank - entspannt Autofahren mit großen und kleinen Kids

So schön das Ziel auch sein mag - der Weg dahin kann ganz schön stressig sein, vor allem auf langen Strecken mit Kindern auf dem Rücksitz.  Gerade dort verwandeln sich dabei nicht selten zu Schauplätzen gruseliger Kämpfe, schlechter Laune und Miesepetrigkeit. Wir haben unsere Mamas im Team gefragt, was ihre Tipps für eine entspannte Fahrt mit Kids sind und die 10 besten Tipps für Euch zusammen gestellt. 

Tipp 1: Zeitstraße

Sind wir ehrlich: Eine Fahrt ohne "wann sind wir endlich da?!?" wird es wohl nie geben. Man kann aber versuchen, die Anzahl dieser Standardfragen deutlich zu minimieren - zum Beispiel mit einer Zeitstraße. Hierfür einfach ein etwa einen Meter langes Stück ganz normales Kreppband abreißen und auf den Autohimmel in Höhe des Lichtes im Autocockpit kleben. Kleine Meilensteine markieren und so den Weg ganz grob skizzieren (z.B. Start - Autobahn - Pause - große Stadt - kleine Stadt - Landstraße - Ziel). Dann ein weiteres Stück Kreppband mit einem Auto versehen und den jeweiligen Stand während der Fahrt ab und zu aktualisieren - schon ist die Zeitstraße fertig.

Tipp 2: Bingo

Egal ob Wort-Bingo oder Bilder-Bingo - Bingo ist immer eine gute Idee. Vorausgesetzt, man fährt im Hellen. Sieht man z.B. einen Kirchturm von der Straße aus? Oder eine große Tankstelle mit riesigem Schild? Perfekt! Dann könnt Ihr die Strecke sogar individualisieren. Ansonsten könnt Ihr natürlich gerne auch unsere Vorlage verwenden,  sie ist praktisch im DIN A4-Format und für zwei Personen ausgelegt. Wer als erstes drei Symbole in einer Reihe oder einer Diagonale hat, hat gewonnen.

Tipp 3: Checkliste

Etwas größere Kinder, auch gemeinhin Pubertiere genannt, wollen mit so einem "Babykram" wie Bingo (der ja eigentlich ein Seniorenkram ist) wahrscheinlich nicht viel zu tun haben. Für sie bietet sich diese Liste an. Eine riesige Checkliste, für die es schon besondere Adleraugen braucht, wenn man alle vorgegebenen Punkte während der Fahrt entdeckt...

Tipp 4: Boring Bags

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Egal ob für Groß oder Klein: sogenannte "Boringbags" (Langweiltüten) können ebenfalls wahre Wunder bewirken. Es handelt sich dabei um eine Überraschungstüte und kommt garantiert gut an. Füllt einfach einen Beutel oder eine kleine Papiertüte mit Dingen, die Eure Kids während der Fahrt beschäftigen. Bei Teenagern eignen sich beispielsweise Jugendheftchen wie die Bravo oder ein WhatsApp-Heft (Tankstellen haben da eine riesige Auswahl an Zeitschriften, einfach mal schmökern!), Knobelspiele wie Sudoku, eine Schlafmaske, ein Malbuch für Erwachsene samt Stifte oder gleich einen Mandala-Maker. Für Kinder eignen sich Wimmelbücher, Stempel, bunte Papierklebebänder (sogenannte Washi-Tapes), Klorollen zum bekleben oder Dinge, die man auffädeln kann z.B. Cornflake-Ringe und eine Schnur. Der Klassiker sind natürlich Pfeifenputzer und ein kleines Nudelsieb - da können sich die Kleinen stundenlang mit Fädeln beschäftigen. Zumindest in der Theorie...

Tipp 5: Notgeschenke basteln

Warum nicht das Notwendige mit dem Nützlichen verbinden? Euch fehlt noch eine Kleinigkeit als Mitbringsel für die Nachbarn auf dem Campingplatz oder die Rezeptionisten? Dann spannt einfach Eure Kiddies ein! Auch auf dem Rücksitz lassen sich kleine Geschenke schnell und einfach selber basteln, und die Kinder sind dabei auch noch beschäftigt. Ideal ist hierfür Origami. Probiert Euch doch mal an diesem süßen Koala für die Freundin, einem netten Origami-Herzchen für die Oma oder die Tante oder an einem hübsch beklebten Lesezeichen für Onkel Bertram.

Nur eine Schere und Teelichter benötigt man für diese tollen Teelicht-Sprüche. Das ist noch relativ neu in der Bastelwelt und total schnell selbst zusammengeschnippelt.

Tipp 6: Essen

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Ja, nicht nur unser Ostermann weiß Futtern im Auto zu schätzen. Okay, man muss dafür etwas Nerven aufbringen, besonders wenn man etwas zur penibleren Sorte gehört. Aber der Vorteil von Snacks auf der Rückbank ist, dass die Kids ruhig und zufrieden sind. Geeignet sind Müsliriegel oder Reiswaffeln, Studentenfutter, Gummibärchen oder Obst und Gemüse wie Träubchen, Gurken, Bananen, Karotten, Paprika und Kohlrabi in Stücken. Schokolade oder Kekse sind aus nachvollziehbaren Gründen nicht unbedingt geeignet. Immer dabei sein sollte übrigens auch eine Mülltüte und ein Tuch zum Finger abwischen.

Tipp 7: Hörbücher

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Der Klassiker auf der Autofahrt sind natürlich Hörbücher und Hörspiele. Für die Kleinen ist es die Tonie- oder Tigerbox, für die Großen wahrscheinlich ihr eigenes Handy. Egal auf welchem Datenträger das Hörbuch auch sein mag, Ihr solltet auf jeden Fall genug davon im Gepäck haben. Lasst schon vorher Eure Kids entscheiden was sie hören möchten. Am besten natürlich eine Geschichte, die sie noch nicht kennen und auch gerne etwas länger dauert. Ganz wichtig sind dabei zwei Dinge: Kopfhörer, damit Ihr selbst von Hexhex oder Törööö verschont bleibt und genug Strom - egal ob per Adapter oder dem Akkupack. Nicht auszudenken, wie schnell sonst die Laune sinkt, wenn mitten im spannenden Hörbuch der Akku schlapp macht!

Tipp 8: Spiele und Spielzeug

Wenn alles Aus-dem-Fenster-Schauen dann auch irgendwann langweilig wird, ist ein kleiner Not-Vorrat an Beschäftigungsspielen eine willkommene Abwechslung. Ideal sind z.B. Magnetbausteine (welche sich übrigens auch sehr für Flugzeugreisen anbieten), da sie sehr leicht und für jedes Alter geeignet sind. Auch Geschicklichkeitsspiele wie beispielsweise Fädelspiele, DaVinci-Puzzle (Zahlencodes knacken) oder der klassische Rubik's Cube bieten sich an, Wasser- oder Magnettafeln zum Malen oder eine Vesperdose mit Legosteinen (Profis kleben eine Legoplatte in den abnehmbaren Deckel der Dose) sind für kreative Kids eine schöne Beschäftigung.

Tipp 9: Unterhalten

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Ganz klar geht es bei all diesen Tipps nicht darum, sich voneinander abzuschotten. Wie wäre es, wenn sich alle einfach miteinander unterhalten? Wissen denn beispielsweise alle Familienmitglieder, welches das Lieblingsessen vom Papa ist? Oder wann die Oma Geburtstag hat? Oder wohin genau die Reise eigentlich geht? Oft kommen so schöne Gespräche in Gang, die das Familienband nachhaltig stärken.

Tipp 10: Schlafen

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Ja, so einfach ist es. In der Theorie. Idealerweise fahrt Ihr einfach in der Nacht - dann schlummert der Nachwuchs einfach und sorgt so ganz natürlich für Ruhe auf dem Rücksitz - und als positiver Nebeneffekt kommt Ihr in der Regel staufrei ans Ziel, wenn auch etwas müde...